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individuelle Förderung

Die Grundsätze - und die individuelle Rechtschreibförderung

Dass im Mittelpunkt aller schulischen Bemühungen der Schüler als Person und seine Leistungen stehen sollen, dieser Grundsatz wird an unserer Schule ernst genommen. Deshalb helfen wir einerseits unseren Schülern mit Leistungsproblemen und fördern andererseits die Schüler mit besonderen Stärken und Begabungen – ohne die übrigen Schülerinnen und Schüler (die „Mitte“) mit ihren jeweils individuellen Leistungsprofilen zu vernachlässigen oder zu vergessen.  Für diese Förderung bzw. diesen individuellen Zusatzunterricht setzen wir im Wesentlichen die so genannten Ergänzungsstunden ein, die uns gemäß Ausbildungsordnung über den regulär zu erteilenden Unterricht hinaus zur Verfügung stehen.

Lese- und rechtschreibunsichere Kinder aus den Klassen 5 und 6 können so an einer individuellen Rechtschreibförderung teilnehmen, die wir seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit dem „Lernserver“ der Universität Münster durchführen bzw. anbieten. Auf der Basis eines Diagnose-Tests, an der alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 teilnehmen, werden für jedes einzelne Kind individuell zugeschnittene (für die Dauer von maximal zwei Schuljahren konzipierte) Fördermaterialien erstellt, die dann selbstständig (oder zusammen mit den Eltern) zu Hause bearbeitet werden können. An unserer Schule bieten wir allerdings hier auch Unterstützung in Form von Rechtschreibsprechstunden an, die diejenigen Schülerinnen und Schüler nutzen können, die Fragen zu den zu bearbeitenden Aufgaben haben, deren Eltern nicht helfen können oder bei denen schwierige häusliche Umstände vorliegen.

Wegen der engen Zusammenarbeit unserer Schule mit dem „Lernserver“ der Universität Münster haben wir seit dem vergangenen Jahr übrigens den Status  „Modellschule“ erhalten.  Dies bedeutet, dass die Diagnosetest-  und alle weiteren Fördermaterialien der Schule und den Eltern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Bemerkenswert sind außerdem die Ergebnisse einer ersten Evaluation, die wir in diesem Bereich Ende des letzten Schuljahres durchgeführt haben; denn nach einem Jahr Förderung bzw. Arbeit mit dem Fördermaterial ergab sich für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 eine Fehlerreduzierung um durchschnittlich 50 Prozent. Nähere Informationen hierzu und zu unserer individuellen Rechtschreibförderung enthält eine Broschüre, die eine Kollegin unserer Schule zusammen mit dem wissenschaftlichen Leiter des Lernservers der Universität Münster erstellt hat (Dr. Tanja Reinlein, Prof. Dr. Friedrich Schönweiss: „Rechtschreibförderung mit dem Lernserver Münster. Online wird individuelle Förderung leistbar!“). Interessierten senden wir diese Broschüre auf Anfrage (im Sekretariat) gerne zu.

Individuelle Förderung – als Ausgleich und Angleichung

In Klasse 6 wird (nach Möglichkeit und Bedarf) Zusatzunterricht für die Schülerinnen und Schüler mit Anfangsschwierigkeiten in der neu einsetzenden zweiten Fremdsprache angeboten (Französisch, Latein) - allerdings jeweils erst im zweiten Halbjahr, wenn wir einen gesicherten Überblick über das individuelle Leistungsprofil unserer Schülerinnen und Schüler gewonnen haben.

Darüber hinaus gibt es in der Jahrgangsstufe 11 (im auslaufenden, neunjährigen gymnasialen Bildungsgang) für die Schülerinnen und Schüler, die von anderen Schulformen neu zu uns kommen, Ergänzungskurse in Englisch und Mathematik zur Unterstützung des Pflichtunterrichts. In der Regel fassen wir dabei die neu zu uns kommenden Schülerinnen und Schüler zu einer eigenen „Klasse“ zusammen und setzen für den Ergänzungsunterricht die Lehrkraft ein, die auch den regulären Unterricht erteilt, denn diese Lehrkraft hat einen direkten Einblick in die fachlichen Voraussetzungen, die unsere neuen Schülerinnen und Schüler mitbringen, und kann so auch angemessen und unmittelbar  unterrichtlich und methodisch darauf „reagieren“.

Individuelle Förderung – als Förderung für „die Mitte“

Alle Schülerinnen und Schüler - und auf diese Weise nehmen wir unter anderem auch „die Mitte“ (s.o.) in den Blick – bekommen in den Klassen 8 und 10 ergänzenden Unterricht.

In Klassenstufe 8 steht den Klassenlehrern (die an unserer Schule stets auch ein Hauptfach unterrichten) hierfür eine „Klassenlehrer-“ oder „Arbeitsstunde“ zur Verfügung, in der es einerseits um soziales Lernen gehen soll, andererseits um die Kompetenzen, die in den (in dieser Klassenstufe anstehenden) Lernstandserhebungen gefordert werden.

In den Klassen 10 besteht der ergänzende Unterricht aus zwei zusätzlichen Wochenstunden, und zwar in Englisch und Deutsch. Hier sollen diese Stunden der Vorbereitung auf die zentralen Abschlussprüfungen dienen - und so allen Schülerinnen und Schülern zu einem guten Abschluss oder auch einer guten Basis für die weitere schulische oder berufliche Laufbahn verhelfen. 

Individuelle Förderung – durch Lernen in kleinen „Klassen“ bzw. Gruppen

Dass die Förderung der einzelnen Schülerin und des einzelnen Schülers in einer  in kleineren Lerngruppe oder Klasse eher und besser möglich ist, ist eine leicht zu belegende Tatsache. Allein die Zeit, die der Lehrkraft zur Verfügung steht, um auf den einzelnen Schüler und die einzelne Schülerin einzugehen, ist um ein Vielfaches größer als in einer größeren Lerngruppe. Dem entsprechend positiv sind auch die Beobachtungen und Erfahrungen, die wir momentan in unserer Klassenstufe 5 machen, in der wir versuchen, durch eine Teilung unserer großen Klassen in jeweils zwei kleinere Gruppen in den Kernfächern (Englisch, Deutsch, Mathematik) eine individuelle Förderung zu realisieren. Statt in drei Klassen mit jeweils 34 Schülerinnen und Schülern wird hier also der Unterricht in sechs Lerngruppen mit 17 Schülerinnen und Schülern erteilt.

Den gedanklichen „Anstoß“ für diese Lerngruppenteilung gab dabei nicht allein das PISA-Siegerland Finnland, in dem bekanntlich auch vielfach in sehr kleinen Lerngruppen unterrichtet wird, sondern auch unsere Partnerschule, das „Saksa- Gymnasium“ in Tallinn (Estland). Hier wird im Fremdsprachenunterricht generell eine Klassenaufteilung vorgenommen – und in den kleineren Lerngruppen eine Steigerung des individuellen Lernerfolgs auch nachweislich und tatsächlich erreicht.

Eben dies ist auch unsere Zielsetzung. Und unter der Voraussetzung, dass die Versorgung unserer Schule mit Lehrkräften so bleibt, wie sie augenblicklich ist, werden wir dieses Modell der individuellen Förderung durch  Lernen in kleinen Klassen auch weiterhin anbieten – gerade für die Klassenstufe 5, also an der „Nahtstelle“ des Übergangs von der Grund- zur weiterführenden Schule.

Individuelle Förderung - als Begabtenförderung

Nicht zuletzt, wie oben bereits gesagt, fordern und fördern wir auch unsere leistungsstarken und besonders begabten Schülerinnen und Schüler – einerseits durch gezielte Leistungsanreize und das Angebot unterrichtsübergreifender Lernaktivitäten, andererseits durch eine Förderung in besonderen Lerngruppen.

So haben wir bereits vor sieben Jahren mit der Bildung von Lerngruppen für besonders Begabte (Profilgruppen) begonnen – mit dem Ziel der Schulzeitverkürzung (Akzeleration). Von Klassenstufe 7 an erhielten Schülerinnen und Schüler, denen die Schule dies empfahl und deren Eltern dieser Empfehlung zustimmten, Zusatzunterricht in den Hauptfächern, um nach dem Ende des ersten Halbjahres der Klasse 7 mit dem Unterricht des zweiten Halbjahrs der Klassenstufe 8 beginnen zu können, also ein Schuljahr zu überspringen. Ob wir dieses von uns so genannte „Springer-Modell“, an dem nicht wenige Schülerinnen und Schüler noch bis zum letzten Schuljahr mit durchweg großem Erfolg teilgenommen haben, auch in diesem Jahr und in den kommenden Schuljahren weiter anbieten werden, also für die Klassen, die sich im ohnehin schon verkürzten achtjährigen gymnasialen Bildungsgang befinden, ist noch offen. Hierüber soll in unseren schulischen Gremien noch beraten werden.

Weitergeführt werden wird dagegen auf jeden Fall die Förderung unserer Begabten im so genannten „Zwei-Sprachen-Modell“. Hier geben wir denjenigen Schülerinnen und Schülern, die sich dies aufgrund ihrer Fähigkeiten zutrauen, die Möglichkeit, beide in Klasse 6 neu einsetzenden Fremdsprachen gleichzeitig zu erlernen, indem sie abwechselnd am Unterricht in beiden Sprachen teilnehmen, wobei der jeweils versäumte Unterrichtsstoff einerseits selbstständig nachgeholt, andererseits in zwei Zusatzstunden (jeweils eine für eine Sprache) mit Lehrkräften gemeinsam nachgearbeitet wird. Auch die Schülerinnen und Schüler, die bisher an diesem Modell (das übrigens von Eltern unserer Schule angeregt wurde) teilgenommen haben bzw. momentan noch teilnehmen, waren bzw. sind dabei außerordentlich erfolgreich.               

Stand: April 2008